Im Rahmen des Familientags, der am Sonntag, 14.09.2025 ab 11:00 Uhr auf dem Kunstrasenplatz
hinter der Haupttribüne des Stadions stattfinden wird, wird der FSV Frankfurt in ungewöhnlicher Form
seiner jüdischen Geschichte gedenken. Das sozialpädagogische FSV Fanprojekt veranstaltet ein
Graffitiprojekt zum Mitmachen vor dem Heimspiel gegen SV Eintracht Trier, um insbesondere den
jungen Vereinsanhängern die jüdische Geschichte des Vereins dabei näher zu bringen.

An diesem Tag wird unter fachlicher Anleitung des ukrainischen Graffitikünstlers „Slavik“, der auch
das Stadion am Bornheimer Hang grafisch gestaltet hat, ein 12 x 7 Meter umfassendes Großbanner in
Gemeinschaftsarbeit durch junge Fans des FSV Frankfurt gestaltet. Als Vorlage und Inspiration für die
Gestaltung dienen Fotos und Bilder der Geschichts-AG des Vereins, welche im Rahmen der 125-Jahr-
Feier im vergangenen Jahr zusammengestellt wurden. Zusätzlich wurde mit dem Sporthistoriker Dr. Markwart Herzog interessierten FSV Mitgliedern und Anhängern im Vorfeld im Rahmen eines Impulsvortrags die Lebensgeschichte von Dr. David Rothschild vermittelt.

Dem Engagement der jüdischen Präsidenten Dr. David Rothschild (1924-1928) und Alfred J. Meyers
(1928-1933) ist es zu verdanken, dass der FSV Frankfurt seit den 30er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts für seine Heimstädte, das FSV Stadion am Bornheimer Hang, weit über Frankfurt hinaus
bekannt ist.

„Ohne die beiden jüdischen Präsidenten Rothschild und Meyers wäre der FSV Frankfurt heute nicht hier am Bornheimer Hang. Der Verein – aber auch die gesamte Sportstadt Frankfurt – hat ihnen sehr viel zu verdanken. Zu ihrer Zeit war das Stadion hier nicht nur das größte Fußballstadion Süddeutschlands. Frankfurt eine der Fußballhochburgen des Deutschen Reichs“, so Peter Heering, Leiter des FSV Fanprojekts. „Wir wollen mit dieser Aktion aber nicht nur unseren jüdischen Präsidenten gedenken. Die Beiden stehen auch stellvertretend für die insgesamt große Bedeutung jüdischen Engagements und Bürgertums in Frankfurt.“

Im Rahmen des Familientags können aber nicht nur Fans des FSV an der Gestaltung des Großbanners
mitwirken. Eingeladen sind an diesem Tag auch alle Mitglieder von TuS Makkabi Frankfurt, mit dem
der FSV bereits seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist. Ebenfalls wurden Kinder und
Jugendliche des Naxos Ateliers aus dem Frankfurter Ostend herzlich eingeladen, mit denen „Slavik“
bereits in der Vergangenheit kunstpädagogische Projekte durchgeführt hat. Kostenlose Speisen und
Getränke stehen selbstverständlich für die jungen Künstlerinnen und Künstler ebenfalls bereit. Diese
Einladung gilt nicht nur für die gemeinsame Gestaltung des Großbanners vor dem Heimspiel, sondern
auch für das Spiel gegen SV Eintracht Trier.

Das fertige Großbanner wird an den nachfolgenden Heimspieltagen weiterhin im Stadion am
Bornheimer Hang (aka PSD Bank Arena) gut sichtbar auf der Gegentribüne präsent sein, um
Mannschaft, Fans und Publikum an die Wichtigkeit der jüdischen Geschichte des Vereins während der
Heimspieltage zu erinnern. Die FSV Frankfurt Fußball GmbH stellt hierfür eine Premium-Werbefläche
bis zum Ende der Saison 2025/26 zur Verfügung.
Das Projekt wurde ermöglicht und gefördert durch das Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus
und Menschenfeindlichkeit und das Bundesministerium des Inneren und für Heimat.