27.01.2017

27.Januar: Gedenktag der Opfer des Holocaust und des Nationalsozialismus

Heute, am 27.Januar, ist der internationale Gedenktag der Opfer des Holocaust und der Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum ist angelehnt an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee.

Nach der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 begannen die Nazis kaltblütig ihre Macht auszunutzen: Sie begannen jüdische Bürger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Vereinen zu entfernen. In Frankfurt wurde zum Boykott jüdischer Geschäfte, Rechtsanwälte und Ärzte aufgerufen. Nationalsozialistische Studenten und Schlägertrupps der SA besetzten die Universität und vertrieben jüdische und linke Professoren.

Am 24. Mai 1933 wurde alle Sportvereinen von den Nazis gleichgeschaltet und eine Einheitssatzung diktiert, die den Ausschluss aller jüdischen Mitglieder verlangte.

Auch beim FSV konnte man dem Druck nicht standhalten. Der damalige Präsident Alfred J.Meyers wurden aus dem FSV Frankfurt ausgeschlossen. Wie viele andere jüdischen Mitglieder und Sportler ebenfalls den FSV verlassen mussten, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von etwa jedem 10. Mitglied aus.

Am Ende dieser Entwicklung wurden mehr als 9 Millionen Juden, Sinti, Roma, Schwule und Lesben, Behinderte und Andersdenkende von den Nazis in Gaskammern, durch Massenexekutionen, Zwangsarbeit, Hunger und Kälte brutal ermordet.

Ihrer gedenken wir an diesem Tag, auch damit sich solch ein menschenverachtendes Unrecht NIE WIEDER ereignen kann!

Das FSV Fanprojekt möchte Euch heute an drei herausragende jüdische Vereinsmitglieder des FSV Frankfurt 1899 erinnern:

Dr. David Rothschild, Präsident 1924-1927

Unter seiner Präsidentschaft hat der FSV Frankfurt seine größten sportlichen Erfolge gefeiert und stieg zum Synonym für Fußball in Frankfurt auf.

Dr. David Rothschild, der ach ein angesehener und engagierter Arzt war, gelang die Flucht nach Schweden, wo er am 7. August 1936 starb.

Alfred J.Meyers, Präsident von 1927-1933

Er war ein Macher. Unter seiner Präsidentschaft erfolgte der Neubau des Stadions am Bornheimer Hang, das seinerzeit zu den modernsten Vereinsstadien in Deutschland zählte und 18.000 Zuschauer fasste. Er führte den FSV in die fußballerische Moderne.

Alfred J.Meyers emigrierte 1933 nach dem Ausschluß aus dem FSV in die USA. Er war ein großzügiger Mensch und besuchte trotz des erlittenen Unrechts 1949 zur 50-Jahr-Feier und später noch mehrfach bis zu seinem Tod im amerikanischen Exil im Jahre 1956 „seinen“ FSV.

Siegbert Wetterhahn, Schatzmeister von 1928-1933

An der Seite von Alfred J.Meyers hat er als Schatzmeister des Vereins dafür gesorgt, dass die finanzielle Leistung des Umzugs an unsere heutige Heimat am Bornheimer Hang und der Stadionneubaus vollständig aus Vereinsmitteln gestemmt werden konnte. 

Über ihn sind leider kaum biographische Details erhalten. Auch ihm gelang wahrscheinlich die Flucht in die Vereinigten Staaten. Er ist nie mehr nach Frankfurt zurückgekehrt.


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